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Circus Calibastra

Gründung 1985

Es begann in einem Schullandheim. Eine verträumte Klasse sollte durch Jonglieren, Akrobatik, Einradfahren und Improvisationsspiele aufgeweckt werden. Die Zirkusidee entwickelte aber eine Eigendynamik - bei den Schülern und auch bei den Lehrern. Viele Kinder übten mit Begeisterung und Ausdauer die neuerlernten Bewegungen; manches schlummernde Talent kam zum Vorschein. Der Lehrer und auch die Schüler untereinander lernten sich völlig neu sehen. Tatsächlich kam bei den Schülern sehr viel in Bewegung.

Hexe Der Name Circus Calibastra wurde gefunden. Das Engagement war so groß, dass sich daraus ein richtiges Zirkusprogramm entwickelte, das zu Hause in der Schule vorgeführt wurde. Was sich aber da vor den vielen neugierigen Zuschauern abspielte, war für die Lehrer und auch die spielenden Kinder eine große Überraschung: 40 Schüler und Schülerinnen gestalteten in pausenlosem Einsatz ein Programm von zweieinhalb Stunden, bei dem ständig neue Höhepunkte kamen. Mit das Erstaunlichste war der schnelle Umbau und die rasche Aufeinanderfolge der Nummern. Ausser dem Klassenlehrer, der als Zirkusdirektor die ganze Sache zusammenhielt, war kein Lehrer sichtbar. Die Schüler organisierten fast alles selbst.

Die erste Aufführung

Eine Überraschung waren die Clowns. Lustige und manchmal anrührende Szenen forderten die Gefühle der Zuschauer heraus. Die meisten Darbietungen waren in spielerische Handlungen verpackt. Es war keine Leistungsschau, die Schüler zeigten vielmehr ihre Bewegungs- und Spielfreude. Das übertrug sich auf das Publikum. Hinterher wurde immer wieder gefragt, wie es möglich war, so viele unterschiedliche Szenen zu gestalten. Das Rezept war einfach: In Improvisationsspielen, z. B. anhand der Erzählungen von Siegfried Lenz "So war es mit dem Zirkus" (Aus: So zärtlich war Suleyken), probierten die Schüler verschiedene Zirkusrollen aus. Unter den vielen Vorschlägen suchten sie sich das heraus, was sie ansprach. Sie hatten auch selbst eigene Ideen, die ins Programm einflossen.

  • So gab es einen eindrucksvollen Fakir, der große Feuerflammen spuckte, über echte Scherben lief und sich auf ein Nagelbrett legte,
  • Augustine, deren Hund "Krümel" über mehrere Kinder sprang,
  • einen Bären, der Fahrrad fuhr und Schoppen trank,
  • Einradfahrer, die Angst vor dem Räuber Hotzenplotz hatten,
  • eine Einbrecher-Pantomime,
  • wilde Raubkatzen, die kaum zu bändigen waren,
  • Zauberer, die Gegenstände verschwinden ließen, und wieder herzauberten,
  • Akrobaten, Jongleure und viele Clownsnummern.

Wie ging es weiter?

Einmarsch

Der krönende Auftakt und Abschluss aber war der Musikumzug der ganzen Zirkustruppe. Voran wurde die große Trommel getragen. Cellisten wurden auf einem fahrbaren Podest geschoben. Viele Kinder mit Geigen, Flöten, Clownstrompeten und Rhythmusinstrumenten folgten. Verstärkt durch das Orchester entstand so eine echte Zirkusstimmung, mit einer hierfür vom Musiklehrer bearbeiteten Zirkusmusik, die seither jede Aufführung einleitet und beschließt.

Die Schüler wuchsen bei dieser Vorführung über sich selbst hinaus. Der begeisterte Zuspruch des Publikums und die eigene Spiel- und Bewegungsfreude bewirkten, dass viele Kinder weiterüben wollten.

Bald kamen Teilnehmer aus anderen Klassen dazu. Die Einladung, im "Traumtheater Salome" aufzutreten, machte den Kinderzirkus im größeren Umkreis bekannt. Von den Eintrittsgeldern konnten echte Zirkusgeräte angeschafft werden. Neue Lehrer und neue Disziplinen kamen dazu. So wuchs der Circus Calibastra ständig weiter.

Circus-Atmosphäre

Zelt

Jedes Jahr, kurz vor den Sommerferien, zeigt nun seither der Circus Calibastra das, was die Schüler ein Jahr lang geübt haben. Dass jetzt die Aufführungen meistens in einem großen, gemieteten Zirkuszelt stattfinden, ist nur durch die großzügigen Spenden einiger Firmen möglich.

Der besondere Zirkusduft von Sägemehl und Pferdedung, das Leben im Zelt und um das Zelt während der Aufführungstage, Tiere, übende Clowns und Akrobaten auf den Wiesen, die herbeiströmenden Menschen, die Musik des Zirkusorchesters und das Lachen und der Beifall des Publikums - all das hat eine eigene Atmosphäre; es verdichtet sich zu einem tiefen Erlebnis bei den darstellenden Schülern. Für wenige Tage im Jahr bilden alle Beteiligten (Schüler, mithelfende Eltern und Lehrer) ein echtes Zirkusunternehmen. Diese Entwicklung war nicht geplant, aber die Fruchtbarkeit der Arbeit rechtfertigte den Einsatz.

Und heute ...

Clown

Nachdem der Circus als klassenübergreifende Arbeitsgemeinschaft anfing, ist er seit 1994 ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Die pädagogisch-künstlerische Arbeit und die vielen organisatorischen und finanziellen Aufgaben wurden unter den Lehrern, Vorstandsmitgliedern und interessierten Schülern und Eltern aufgeteilt.

Gegenwärtig üben circa 140 Schüler im Alter von 12-19 Jahren regelmäßig an einem Nachmittag in der Woche Menschenpyramidenbau, Akrobatik, Jonglieren, Trapez, Drahtseil, Einradfahren und Tanzen. Stelzenlaufen und Clownspielen wird an Extraterminen geprobt. Bis zur 9. Klasse sind die Schüler nach Klassenstufen getrennt, danach können sie sich ihren Neigungen entsprechend für verschiedene Gruppen entscheiden, in denen die älteren Schüler gemeinsam unterrichtet werden sind. Eine Arbeit mit Tieren gibt es nicht mehr.

Die Arbeit wird von verschiedenen Trainern und Gastlehrern betreut. Im Frühjahr 1998 hat z. B. der bekannte österreichische Pantomime Walter Bartussek aus Wien mit den Clowns Pantomime geübt. Im Frühjahr 1999 fand eine Woche Improvisationsübungen mit dem Freiburger Zirkuspädagogen und Clown Bruno Zühlke statt.

Neben der großen Zahl an Schülern ist auch die Zahl der Zuschauer gestiegen. Nachdem 1994 eine Kinder-Matinee und 1995 zum 10-jährigen Jubiläum die Night-Show eingeführt wurden, haben jedes Jahr ungefähr 6000-7000 Zuschauer die Vorstellungen in der letzten Woche vor den Sommerferien gesehen.